Herkunft Sibirische Katze

Die Bezeichnung sibirische Katze (russisch Sibirskaja koschka) war in Russland die volkstümliche Bezeichnung für eine kräftige Katze mit üppigem und langhaarigen Pelz. Eine Rasse- oder Herkunftsbezeichnung war Sibirskaja koschka damit nicht. Langhaarige Katzen kommen aber nicht nur in Sibirien vor, sondern auf dem gesamten Territorium der ehemaligen Sowjetunion (im restlichen Europa waren sie hingegen selten). Allerdings waren die langhaarigen Katzen nicht so häufig wie die kurzhaarigen Katzen. Das Langhaargen wird rezessiv vererbt. Damit kann eine solch langhaarige Katze mit eben üppigem Fell auch in einem normalen Hauskatzenwurf liegen. Derartige Kätzchen wurden dann als Grundstock für die Zucht sibirischer Katzen ausgewählt.

Die genaue Entwicklung der sibirischen Katze ist allerdings nicht unstrittig. Ob nun aber ihr Genpool mehr von der kaukasischen Wildkatze beeinflusst wurde oder doch mehr von der afrikanischen Wildkatze (Falbkatze) drinsteckt, die schließlich als Stammmutter aller Hauskatzen gilt, dürfte für die Fans der Sibirischen Waldkatze nicht so wichtig sein.

Herkunft Langhaargen

Auch die genaue Herkunft des Langhaargens ist unklar. Nicht geklärt ist, seit wann das Langhaargen in der russischen Hauskatzenpopulation verbreitet ist und ob es eine eigenständige Mutation ist, oder sich über Handelswege wie die Seidenstraße von der türkischen Angorakatze von West nach Ost verbreitet hat. Die früheste bekannteste Darstellung einer langhaarigen Katze stammt aus China und ist auf das 12. Jahrhundert datiert. Allerdings ist diese Darstellung ebenfalls nicht unstrittig. Belegt ist hingegen die Malerei von langhaarigen Katzen seit dem 14. Jahrhundert durch das Nationalmuseum Chinas.
Dass die sibirischen Waldkatzen langhaarig und dicht behaart sind, hat zumindest nichts mit der sibirischen Kälte zu tun. Eine solche Anpassung an die äußeren Lebensumstände würde einen äußerst langen Entwicklungszeitraum in Anspruch nehmen. Innerhalb weniger Generationen würde eine solche Anpassung nicht gelingen.

Langhaarige Katzen waren in Europa selten

Bis in das 19. Jahrhundert waren langhaarige Katzen in Westeuropa eine Seltenheit. Und so fielen die langhaarigen Katzen in Russland Forschern wie auch Reisenden gleichermaßen auf und sie wurden, da ja etwas Besonderes, entsprechend erwähnt. In Brehms Tierleben von 1864 findet sich ein Kapitel, in dem langhaarige Katzenschläge beschrieben werden: Eine rote Tobolsker Katze aus Sibirien.
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Tobolsk liegt östlich des Urals. Ein Kapitel erhielt die Langhaarkatze in dem im Jahr 1889 in England erschienen Buch Our Cats von Harrison Weir. Dort wurde die Langhaarkatze als Russian Cats auch zeichnerisch verewigt. Die russischen Langhaarkatze (The russian Long-Haired Cat) wird in ihrem Kapitel ausführlich beschrieben, woher sein Exemplar stammte, wusste der Autor damals selbst nicht so genau.
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Auch in dem in Berlin 1896 publizierten Werk Illustriertes Katzenbuch von Jean Bungartz werden auffällige langhaarige Katzen aus Russland beschrieben, die Kumanische Katze aus dem Kaukasus sowie im Kapitel Angorakatzen blaugraue langhaarige Katzen aus dem Gebiet südlich des Ural nahe Tjumen, genannt „Chanchilla-Katzen“. Für letztere Sorte wird als Informationsquelle der deutsche Geograph und Naturforscher Gustav Radde zitiert wird.